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Ausbildung des Sandstrahlers

Die meisten Unternehmer, die Fachpersonal beschäftigen wollen, wissen, dass zum Fachmann eine gute Spezialausbildung gehört. Jeder Fachmann muss sein Arbeitsgerät beherrschen. Beim Einstellen von Sandstrahlern kann dieses aber in den wenigsten Fällen vorausgesetzt werden. Oft wird dem Mann mit dem stärksten Rücken und den geringsten Vorkenntnissen die Strahldüse in die Hand gedrückt und er wird zum Sandstrahler ernannt. Dabei wird meistens gar nicht erst versucht, ihm die Kniffe des Faches beizubringen, wenn man schon von Kniffen reden will.

Die Mehrzahl der Sandstrahler haben ihre Erfahrungen in der schwierigsten und kostspieligsten Weise; d. h., bei der Arbeit selbst, sammeln müssen. Während sich einige dieser Strahler zu guten Kräften emporgearbeitet haben, gibt es viele, bei denen das Gegenteil der Fall ist. Es fehlt ihnen eine gründliche Ausbildung in der Arbeitsmethode mit hochwertigen Sandstrahlgeräten.

Für alle Strahler müsste ein Ausbildungsprogramm aufgestellt werden. Dafür könnte ein Teil des in dieser Homepage behandelten Stoffes als Richtlinie verwendet werden. Die wichtigsten Punkte sind:

1. Vertrautheit mit der Kompressorbedienung und besonders mit der Einstellung des richtigen Betriebsdruckes

Überzeugen Sie sich selbst, ob der Kompressor den höchstzulässigen Betriebsdruck hat. Der Luftschlauch zum Strahlkessel ist am Kompressor an einem großen Luftanschlussstutzen anzukuppeln. Die Kleinen an jedem Kompressor befindlichen gewöhnlichen Abgabehähne sollten dafür nicht verwendet werden. Ist ein großer Abgabestutzen nicht vorhanden, so muss dieser nachträglich angebracht werden.

2. Einweisung in den Gebrauch des Strahlkessels

Der Bedienungsmann muss im richtigen Auffüllen der Maschine geschult werden. Zeigen Sie dem Auszubildenden, wie selbst bei vollem Strahlkessel drei oder mehr Sack Strahlmittel in dem Aufnahmetrichter oberhalb des Strahlkessels bevorratet werden können und dadurch das Strahlgut für den sofortigen Nachlauf in den Strahlkessel vorbereitet wird, sobald dieser nicht mehr unter Druck steht. Erläutern Sie die Wirkungsweise der Ventile und sonstigen Armaturen am Sandstrahlkessel.

Unterrichten Sie den Sandstrahler über folgende Punkte:

  • Vor Inbetriebsetzen des Sandstrahlkessels den Entlüftungshahn schließen.
  • Lufteinlasshahn öffnen.
  • Das Sand-Dosierventil muss grundsätzlich immer geöffnet sein.
  • Beim Abstellen des Gebläses muss der Einlasshahn und Entlüftungshahn gleichzeitig betätigt werden. Das Strahlmittel-Dosierventil darf nicht geschlossen, sondern soll in seiner Endstellung belassen werden.

3. Einweisung in die Einstellung des Strahlmittel-Dosierventils

Erläutern Sie die Einstellung des Strahlmittel-Dosierventils, um die Dosierung der richtigen Strahlmittelmenge zur Düse zu erhalten. Dies wird zweckmäßig wie folgt getan: Erst das Ventil ganz öffnen, dann den Hebel in Richtung ”ZU” so weit bewegen, bis das richtige Gemisch mit dem geringsten Strahlmittelverbrauch, ohne dass sich die Strahlleistung vermindert, erreicht ist (In diesem Falle sehen Sie kaum das Strahlmittel aus der Düse kommen). Kommt das Strahlmittel unregelmäßig oder ruckweise aus der Düse, so wird dies gewöhnlich durch eine falsche Einstellung am Dosierventil verursacht. Der Fehler kann durch Berichtigung der Einstellung behoben werden. Als weitere Ursache kommt der Anfall von Feuchtigkeit (Kondensat) im Kessel und in den Schläuchen in Betracht. Ein wirksamer Öl- und Wasserabscheider mit automatischen Kondensat-Ablassventil muss eingebaut werden.

4. Öffnen des Handlochdeckels

Zeigen Sie das Öffnen des Handlochdeckels am Strahlkessel, um ggf. Fremdkörper aus dem Kessel entfernen zu können.

5. Kupplung der Schläuche

Zeigen Sie, wie die Schläuche aneinander und an die Maschinen zu kuppeln sind. Vergewissern Sie sich, dass der Schlauch einen Durchlass hat, der im richtigen Verhältnis zum Durchmesser der Strahldüse steht.

Im allgemeinen sollte die lichte Weite des Schlauches das Dreifache der Düsenöffnung betragen.

Es ist auch möglich, dass Sie einen Schlauch mit einer lichten Weite verwenden, der im Verhältnis zur Düse zu groß ist. Wird z. B. eine 3/16” Düse (4,7 mm) und ein Schlauch mit 1 1/4” lichte Weite (32 mm) eingesetzt, kann möglicherweise die Geschwindigkeit des Strahlmittels im Schlauch so weit absinken, dass sich Strahlgut ablagert und den Schlauch verstopft. Wenn die lichte Weite des Schlauches das Drei- bis Vierfache des Düsendurchmessers beträgt – wie empfohlen – kann dies nicht vorkommen.

6. Behandlung der Strahldüse

Weisen Sie den Strahler darauf hin, dass er die Strahldüse sorgfältig zu behandeln hat. Er soll sie nicht fallen lassen oder als Signalhammer verwenden. Die Düsen sind meistens sehr spröde und brechen leicht. Gebrauchen Sie zum Fest- und Losdrehen der Düse passende Schlüssel und keine Rohrzangen etc. Sorgen Sie dafür, dass jeden Tag ein neuer Dichtring hinter die Düse gelegt wird, um die Auskleidung und den Mantel der Düse vor Strahlmittel zu schützen. Beim Anbringen der Düse in den Düsenhalter darf die Düse nur handfest angezogen werden, damit der Ring gut zwischen Düse und Düsenhalter anliegt, aber nicht zerquetscht wird. Wenn Sie ein kurzes Stück Schlauch über die Strahldüse schieben, so ist diese zusätzlich gegen Beschädigung und Bruch geschützt.

7. Düsen-Auswahl

Sorgen Sie dafür, dass stets eine Anzahl verschiedener Düsen zur Verfügung stehen, damit der Strahler mit kurzen Düsen an schwer zugänglichen Stellen besser strahlen kann und auch längere Düsen für größere Oberflächen sofort zur Hand hat. – Abgewinkelte Düsen sind sehr handlich, um schwer zugängliche Stellen zu strahlen.

8. Strahlwinkel

Zum Entfernen von Rost und Walzhaut ist der richtige Strahlwinkel zur Oberflache besonders wichtig. Er soll ca. 80 – 90 betragen. Der in einem solchen Winkel nach unten gerichtete Strahl bläst den Sandstaub von dem Helm des Strahlers weg und gewährleistet bessere Sicht auf die zu bearbeitende Fläche. Wenn lockere Farbschichten oder andere leicht haftende Deckschichten entfernt werden müssen, geht dies am schnellsten, wenn die Düse in einem flachen Winkel zur Oberfläche gehalten wird, da dabei die Luft unter das Material dringen kann und dasselbe mit losbricht.

9. Behandlung des Strahlhelms

Dem Strahler sollte ans Herz gelegt werden, sorgfältig mit dem Helm umzugehen. Bei sorgfältiger Behandlung haben die Helme eine lange Lebensdauer. Das Sichtglas soll, sobald es anfängt matt zu werden, ausgetauscht werden. Eine Verschlechterung der Sicht hat Leistungsminderung zur Folge. Gläser sind billig und leicht auszuwechseln. Sie sollten ständig an der Strahlstelle verfügbar sein.

10. Behandlung des Schlauches

Lehren Sie den Strahler, nach der Arbeit die Schläuche locker aufzurollen und zusammenzubinden, damit sie leicht befördert werden können. Im Betrieb sollen die Schläuche ohne scharfe Kurven verlegt und nur die Mindestlänge für eine bestimmte Arbeit ausgelegt werden. Wo 15 Meter ausreichen, sollten nicht 30 Meter verwendet werden. Wenn Sie eine Arbeit mit 45 Meter Schlauchlänge beginnen und die Entfernung vom Strahlort zum Sandstrahlgebläse sich verringert, so kürzen Sie den Schlauch längenweise, sobald dies möglich ist. Sie erhöhen dadurch den Nutzeffekt Ihrer Arbeit und verlängern die Lebensdauer Ihres Schlauches. - Halten Sie die Schläuche trocken!

11. Betriebsvorschriften

Befolgen Sie die vom Lieferanten des Druckstrahlkessels gegebene Betriebsvorschrift.

12. Reinigung

Sorgen Sie bei Maschinen mit Fernbedienung dafür, dass die Strahlmittel-Filter täglich gereinigt und die Ventile It. Angabe des Fabrikanten geschmiert werden.

13. Materialbevorratung

Sorgen Sie dafür, dass genügend Düsenringe, Gummidichtungen für Schlauchkupplungen für Luft- und Strahlschlauch, Helmgläser etc. zur Verhütung unnötiger Unterbrechung der Betriebszeit auf der Arbeitsstelle vorhanden sind. Dies sind billige Zubehörteile und ein Dutzend von jedem sollte der Mindestvorrat sein.

14. Erdung

Lassen Sie zur Verhinderung von elektrischen Schlägen oder Funken Ihre Sandstrahlapparatur gut erden.